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Olivenöl kaltgepresst oder kalt extrahiert?

Interessenten fragen, ob unser Olivenöl auch kaltgepresst sei. Kunden, die das erste Mal bestellen, sehen auf unserer Verpackung die Bezeichnung “kalt extrahiert” und fragen, was der Unterschied ist.
Der Begriff kaltgepresst hält sich hartnäckig auf vielen Etiketten, obwohl die EU seit 2002 zwischen „kaltgepresst“ und „kaltextrahiert“ unterscheidet. Alte traditionelle Ölmühlen haben den Olivenbrei auf Pressmatten aufgetragen und diese dann gepresst. So ist der Begriff entstanden. Leider entsteht bei dieser traditionellen Pressung ein sehr langer Sauerstoffkontakt, der schlecht für die Ölqualität ist. Auf Qualität bedachte Ölmühlen extrahieren daher das Öl aus dem Olivenbrei in modernen, sogenannten Dekantern. „Kaltextrahiert“ sollte heute daher als Qualitätsmerkmal gelten, während kaltgepresst eigentlich ausgedient hat.
Die Fachzeitschrift Merum schreibt dazu: “Die Fragesteller wissen nicht, dass ihre technische Frage ein paar Jahrzehnte zu spät kommt und heute keinen Sinn mehr macht. Früher waren die Ölmüller gezwungen, dem Olivenbrei das Öl in mehreren Pressgängen zu entlocken. Erst kalt, zum Schluss heiß. Den letzten Ölrest brachten sie nur raus, wenn sie die Olivenpaste mit heißem Wasser übergossen.
Früher war kaltgepresst ein Qualitätsargument. Heute hat dies keine Bedeutung mehr. Heiß presst man heute nirgendwo mehr. Gleichwohl hält sich dieser Fachbegriff unausrottbar auf Öletiketten und in den Köpfen der Verbraucher.”

Wir werden dieses Thema weiter beobachten und tragen auf der unserer Olivenöl-Webseite die Ergebnisse zusammen.

2 Gedanken zu „Olivenöl kaltgepresst oder kalt extrahiert?

  1. Laut Dr.Fuhrmann sei raffiniertes oder extrahiertes Olivenöl eine Form von ballaststofffreien, leeren Kalorien, die wegen fehlender Nährstoffe gleich als Körperfett “eingebaut” werden. Sollte man nicht differenzieren hinsichtlich der unterschiedlichen Fettsäuren ?

    1. Danke für den Kommentar! Achtung: Raffiniertes Olivenöl und extrahiertes Olivenöl sind zwei völlig unterschiedliche Dinge! Ich vermute, dass Sie das falsch verstanden haben. Ein kalt extrahiertes Olivenöl ist besser als ein kalt gepresstes Olivenöl, denn die Extraktion (trennen von flüssigen und festen Bestandteilen) findet in der Regel in geschlossenen Maschinen statt, so dass keine Oxidation während der Produktion statt findet. Während bei der traditionellen Pressung sehr viel Oxidation stattfindet. Wir reden hier aber über den Vorgang der Öl-Gewinnung aus den Oliven. Wenn die Ernte und der Verarbeitungsprozess gut gemacht wird, entsteht am Ende ein extra natives Olivenöl. Einer der Werte, die dabei zu beachten sind, ist der Gehalt an freien Fettsäuren. Bei guten Olivenölen liegt er unter 0,4 %, allerdings in Verbindung mit mehreren anderen Werten die auch gut sein müssen (der Wert alleine ist leicht zu fälschen). Liegt der Wert über 0,8% dann darf das Öl nicht mehr als extra nativ / extra vergine verkauft werden, sondern nur noch mit dem Zusatz “nativ”. Liegt der Wert über 2, darf das Öl gar nicht mehr verkauft werden, weil es nicht gut für die Gesundheit ist. In der Fachsprache nennt man das “Lampant”, was man sich mit “Lampenöl” (also das Öl für die Kerzen z.B. in der Kirche) merken kann. Um es dann noch zu verkaufen, muss es raffiniert werden und dürfte dann als Verschnitt mit nativem Olivenöl verkauft werden, aber ohne Bezeichnung extra nativ oder nativ. Raffiniert werden also nicht Oliven, sondern schlechtes, bereits durch Pressung oder Extraktion gewonnenes Öl. Mit raffiniertem Öl kenne ich mich nicht aus, es kann sehr gut sein, dass die von Ihnen zitierten Aussagen auf raffiniertes Öl zutreffen. Das kauft in Europa aber auch eigentlich keiner pur als nur raffiniertes Öl. Der eigentliche Skandal ist, dass nur 5% des Olivenöls wirklich extra nativ produziert werden, aber 95% so verkauft werden. Die mittlere Qualitätsstufe “nativ” wurde vom Handel komplett entfernt. Viele Olivenöle werden daher als extra nativ verkauft, obwohl sie große Mengen Öl enthalten, die Lampant sind (über dem Grenzwert von 2,0 war) und die nicht für den Verzehr geeignet sind. Die Bauern bekommen nicht genügend für ihr Öl, die Verbraucher bekommen kein reines Olivenöl nativ extra, sondern ein Pansch aus Lampenöl und halbwegs gutem Öl. Dies war einer der Gründe warum ich vor über 10 Jahren Lakonikos gegründet habe. Wir beziehen ein sehr hochwertiges Öl von einer der besten Ölmühlen und sind regelmäßig vor Ort. Mein Tipp: Auf https://www.lakonikos.de/olivenoel/olivenoel_tipps/ finden Sie 12 Punkte an denen sie gutes Olivenöl erkennen.

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